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Wolfenstein History

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Anlässlich der Ankündigung des neuen Wolfenstein-Titels wollen wir ein Stück die Zeit zurückdrehen. Zuallererst katapultieren wir uns ins Jahr 1981, in dem alles rund um Wolfenstein begann, und vielleicht können nach unserem Special auch einige nachvollziehen, warum es immer noch Fans da draußen gibt, die sich besonders über genau diesen einen Zweiten Weltkriegs-Shooter freuen, obwohl es doch schon unzählige davon gibt.

Castle Wolfenstein


Simple Spielgrafik - toller Spielspaß: Der allererste Wolfenstein-Titel

Wir schreiben das Jahr 1981: Muse Software – unter der Leitung von  Silvas Warner – entwickelt für den Apple II das erste Spiel zur mittlerweile erfolgreichen Wolfenstein-Serie. Darum geht es: Der Spieler muss man sich aus der Gefangenschaft in Schloss Wolfenstein befreien und von dort fliehen. Grundsätzlich steht Schleichen an der Tagesordnung, da die meisten Gegner stärker sind, als man selbst. Abgesehen von der lautlosen Fortbewegung ist es aber auch möglich, sich mit feindlichen Uniformen zu tarnen, um so von den Feinden nicht erkannt zu werden (ein typischer Aspekt der Wolfenstein-Serie, der uns beim gratis Online-Multiplayer Enemy Territory wieder begegnet). Gegner reagieren übrigens auf den Laut der Schüsse, sodass es generell am Idealsten ist, möglichst ungesehen und leise an den Feinden vorbeizukommen. Hinzu kommt noch, dass Munition im Spiel eher rar ist - Sparen und Schleichen ist also angesagt! Wer allerdings doch nicht ganz von den Feinden lassen kann, hat die Möglichkeit, diese gewaltlos auszurauben; dadurch – und alternativ auch in Kisten - findet man Gegenstände, die für den Spielverlauf teilweise durchaus wichtig sind. Andere wiederum sind eher entberlich, haben aber trotzdem Auswirkungen auf den Spieler, wie zum Beispiel Alkohol. Nimmt man diesen Ingame zu sich, trifft man schlechter, was einen dem  Ziel des Spiels – dem Ausgang – nicht gerade näher bringt. In Sachen Grafik blickt man von oben auf die einzelnen Räume, die man durchquert, während die Gegner und Items von der Seite zu sehen sind. Eine Besonderheit zur damaligen Zeit waren die digitalisierten Stimmsamples, die in diesem Titel zum ersten Mal verwendet wurden. Durch die Hardware der Systeme litt allerdings die Qualität ein wenig. Castle Wolfenstein erschien später auch noch für PC, Atari und C64.

Beyond Castle Wolfenstein


Vor allem grafisch hatte sich im Sequel wenig verändert...

Drei Jahre nach Castle Wolfenstein erschien von denselben Entwicklern eine Fortsetzung zum Spiel, die grundsätzlich dem ersten Teil sehr ähnlich war, allerdings mit einem neuen Ziel: Als Spieler musste man eine Bombe suchen und Hitler damit vernichten. Dabei gilt dasselbe wie beim Vorgänger: Man ist ganz gut damit bedient, an den Gegnern – soweit als möglich – lautlos vorbeizuschleichen. Neu war, dass man Feinde bestechen oder mithilfe von Wurfmessern geräuschlos ausschalten kann. Auch ein neu hinzugekommenes Codekartensystem veränderte das Gameplay ein wenig.

 

Wolfenstein 3D


Ein Durchbruch für das Egoshooter-Genre: Wolfenstein 3D.

1987 musste Muse Software schließlich aufgrund Vermarkungsprobleme zusperren und ein paar Jahre später kaufte id Software die Rechte an Castle Wolfenstein. Das Resultat war Wolfenstein 3D, das zu einem der erfolgreichsten Spiele in den 90ern wird und Game-Geschichte schreibt - immerhin ist es einer der ersten Ego-Shooter. Inspiriert durch Castle Wolfenstein schlüpft man wieder in die Rolle eines Soldaten und muss sich abermals aus dem uns mittlerweile wohl schon gut bekannten Schloss befreien. Diesmal hat unser Held allerdings schon einen Namen, und zwar einen, den wir 16 Jahre nach dem Erscheinen von Wolfenstein 3D nicht wieder vergessen haben: William 'B.J.' Blazkowicz. Der Gegner: Natürlich wieder die Nazis mit dem „Endboss“ Hitler. Auch Zombies begegnen uns im Spiel, was auf dunkle Machenschaften vermuten lässt. Näheres soll aber erst später folgen. Auf mehreren Ebenen läuft man die grauen Steinwände der Burg entlang und lässt dabei allerhand Gegner hinter sich, und auch Items wie Munition und Medi-Packs finden sich immer wieder. Eine große Änderung – abgesehen von der damals noch neuen 3D-Welt – zu den ersten Spielen gibt es auf jeden Fall: Schleichen steht hier mehr oder weniger im Hintergrund, dafür setzt man seine Handfeuerwaffen umso effektiver ein.

Richtig 3D ist Wolfenstein allerdings trotzdem nicht, denn die Gänge simulieren quasi nur eine Dreidimensionalität. Das bedeutet zusammengefasst, dass die Spieleumgebung Darstellungs-technisch auf einem zweidimensionalen Raster basiert, das sämtliche Positionen von Umgebungsteilen angibt. Auch die Gegner sind simple Rastergrafiken, die je nach Entfernung verkleinert oder vergrößert werden. Durch dieses Konzept benötigte Wolfenstein 3D zur damaligen Zeit auch keine technischen Höchstleistungen. Außerdem ist hier vor allem auch die Sprachausgabe sehr erwähnenswert. Was passiert, wenn Amerikaner, die wenig bis kein Deutsch können, diese Sprache zu sprechen versuchen? Genau – sperrige deutsche Sätze, die zwar mehr oder weniger richtig ausgesprochen, allerdings falsch intoniert werden. Und genau das machte auch die Wolfenstein 3D-Sprachausgabe zu etwas Besonderem: Ausrufe wie „Halt, du Hund!“ oder „Mein Leben!“ erlangten durch die seltsame Aussprache Kultstatus.

Übrigens wurde die PC-Version des Spiels in Deutschland beschlagnahmt – zwei Jahre nach dem Erscheinen. Grund dafür waren die im Spiel auftauchenden Nazi-Symbole und Lieder. Der Privatbesitz blieb zwar weiterhin erlaubt, Vertrieb und Verbreitung wurden aber verboten. Auch die Version für den Atari Jaguar wurde eingezogen. Das nahezu identische Prequel Spear of Destiny folgte erst 1999 auf den Index und wurde nicht beschlagnahmt, obwohl es kaum Unterschiede zum Hauptspiel aufwies.

Womit wir bei den Sequels wären: Nach dem Hauptspiel folgten zwei Nachfolger, von denen einer (Spear of Destiny) fast schon zu identisch mit Wolfenstein 3D war und daher als Add-on gehandelt wurde. Der zweite Versuch einen Nachfolger zu produzieren, lief dann im Gegenzug darauf hinaus, dass dieser schon fast nichts mehr mit der Geschichte zu tun hatte (Rise of the Triad). Im Jahr 1993 erschien schließlich eine Portierung für SNES, dabei wurden weltweit in allen Fassungen die nationalsozialistischen Symbole entfernt und man kämpft gegen einen Staatschef, der wie Hitler ohne Bart aussieht. Ein Jahr darauf erschien Wolfenstein 3D auch für den Atari Jaguar, und wies ein paar inhaltliche Unterschiede auf.

 

Return to Castle Wolfenstein


Neue Technik, alte Feinde...

Und wieder folgte eine Pause von fast einem Jahrzehnt, bis das nächste Wolfenstein-Spiel erschien: Return to Castle Wolfenstein. Die Story von RtCW handelt wieder von unserem altbekannten US-Soldaten B.J. Blazkowicz und abermals müssen wir als Spieler gegen die Nazis in den Kampf ziehen. Diesmal gibt es allerdings – neben geschichtlichen Elementen – Fantasy-Ansätze in Form von okkulten Mächten. Historische Figuren kommen zwar vor, werden aber zum Teil ihren realen Geschichten entrissen. So handelt Return to Castle Wolfenstein von König Heinrich I., der exakt 1.000 Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in ein magisches unterirdisches Gefängnis verbannt wurde. Die SS will den König nun daraus mithilfe von Ritualen befreien, um mit ihm ein dunkles Reich aufzubauen; als Spieler muss man dies natürlich verhindern. Obwohl Blazkowicz zunächst entdeckt wird, kann er – im Gegensatz zu einem seiner Kollegen – fliehen und sich über die Pläne der Nazis informieren. Neben den menschlichen Soldaten erwarten den Spieler übrigens auch noch die so genannten Cyborgs – Übersoldaten, die von der SS mithilfe von Gentechik entwickelt wurden.

Return to Castle Wolfenstein basiert auf der Quake-III-Engine und konnte sich – ähnlich wie Wolfenstein 3D – einer großen Fangemeinde erfreuen. Insgesamt gibt es sieben Missionen zu lösen, die immer ein neues Kapitel im Spiel darstellen sollen. Die Sprachausgabe war auch in diesem Titel wieder ein Fall für sich – mittlerweile zwar etwas näher an der deutschen Sprache, aber immer noch sehr übertrieben. Wer keinen der genannten Titel je gespielt hat, kann sich die Nazi-Sprache annähernd wie in den Indiana Jones-Filmen vorstellen, da sich dort die deutschen Soldaten ähnlich schräg artikulieren. Allerdings kommen in den Spielen noch grammatikalische Fehler und teilübersetzte Ausrufe wie „Achtung! intruder alert, intruder alert!“ vor. Während die Geschichte wohl nur noch wenig mit dem echten Zweiten Weltkrieg gemein hat, sind einige Städtenamen und historische Stätten ins Spiel eingebaut. So gibt es zum Beispiel die Stadt Paderborn und die im Spiel genannte „Kugelstadt“ entspricht in etwa dem realen Schweinfurt (ehemaliger Hauptstandort der Munitions-Fabriken). Generell kann man auf jeden Fall sagen, dass sich das Spiel nicht hundertprozentig ernst nimmt und ständig Anspielungen und Wortwitze parat hält. Offensichtlich haben die Entwickler allerdings in Sachen Symbolik nichts dazu gelernt beziehungweise dazulernen wollen. So sind – trotz des Verbotes von Wolfenstein 3D in Deutschland – wieder Hakenkreuze und Nazi-Elemente im Spiel vorzufinden. Allerdings wurde extra eine deutsche Version auf den Markt gebracht, die ohne diese Symbole auskommt. Das half jedoch nichts, da die im Spiel enthaltene Gewalt nicht entschärft wurde. Das heißt, auch dieses Spiel wurde indiziert. Besonders interessant ist der Multiplayer-Modus von Return to Castle Wolfenstein, so legte dieser doch den Grundstein für das darauffolgende Spiel Enemy Territory. Im Mehrspielermodus kämpfen jeweils zwei Teams (Allies und Axis) gegeneinander und grundsätzlich geht es darum, eine Basis einzunehmen beziehungsweise zu verteidigen. Es stehen mehrere Spielerklassen zur Wahl (Soldier, Medic, Engineer und Lieutenant), wobei jeder spezielle Fertigkeiten besitzt. Im Spiel müssen unter anderem MGs repariert werden oder Mauern gesprengt werden.

Neben der PC-Version erschienen als Portierungen Return to Castle Wolfenstein: Operation Resurrection für die PS2 und Return to Castle Wolfenstein: Tides of War für die Xbox, die storytechnisch ein wenig abgeändert wurden.


Wolfenstein: Enemy Territory


Im Multiplayer macht Wolfenstein gleich mehr Spaß!

2003 erschien schließlich der jüngste Wolfenstein-Titel. Ursprünglich war Enemy Territory als Add-on zu Return to Castle Wolfenstein geplant, aber nachdem es Probleme mit der Singleplayer-Kampagne gab, entschloss sich id Software kurzerhand, das Spiel nur als Multiplayer zum Gratis-Download zur Verfügung zu stellen. Da der Titel sowohl auf Windows, als auch Linux und Mac OS X spielbar ist, erfreute sich Enemy Territory weltweit schnell großer Beliebtheit, die zum Teil noch immer andauert. Wolfenstein: Enemy Territory punktet vor allem durch sein Gameplay: Jeweils zwei Teams stehen sich gegenüber, Allies und Axis. Als Spieler kann man auf beiden Seite zwischen unterschiedlichen Klassen wählen. Zur Verfügung stehen Medic (kann seine Kollegen sowohl mithilfe der Spritze vorm Tod bewahren oder mit Medi-Packs heilen), Soldier (einfacher Krieger), Engineer (kann Bomben ent- beziehungsweise schärfen und Gegenstände reparieren), Field Ops (kann Luftabwehr rufen und Munition austeilen) und Covert Ops (kann durch Töten eines Gegners dessen Uniform anziehen und so eine Weile unbemerkt in die feindlichen Reihen eindringen).

Maps sind bei dem Spiel eine Sache für sich: Im Download sind Standardmaps enthalten, allerdings wurden von der Fangemeinde selbst Karten gebastelt, von denen sich manche großer Beliebtheit erfreuen und sogar in diverse Ligen übernommen wurden, da es sich bei Enemy Territory auch um einen eSport-Titel handelte, dessen Beliebtheit bis vor kurzem noch  auf der QuakeCon jährlich einen Höhepunkt fand. Zusätzlich zu den Fan- und Standardmaps gibt es auch noch Map-Portierungen aus Return to Castle Wolfenstein, sodass Spieler der vergangenen Titel sich auch bei ET schnell zurechtfanden. Zusammengefasst ist auf jeden Fall von herausfordernden Missionsmaps über Fankarten für jeden Geschmack etwas dabei.

Enemy Territory hat auch ein Rankingsystem eingebaut, sodass man im Spiel Punkte sammeln und aufsteigen kann. Durch das Erreichen eines höheren Ranges, werden die jeweiligen Fähigkeiten ausgebaut, sodass man zum Beispiel mit der Zeit auch gegnerische Minen entdecken kann. Auch Waffen-technisch unterscheiden sich die Klassen ein wenig: Jeder Klasse stehen verschiedene Waffen zur Verfügung. Generell ist man als Spieler mit zwei Schusswaffen, Granaten und Gegenständen, die je nach Beruf anders sind, ausgestattet. Obwohl es mehrere Spielmodi gibt, ist einer mit Abstand am weitesten verbreitet: Der Campaign Mode, bei dem mehrere Karten hintereinander gespielt werden und die Erfahrungspunkte für die komplette Kampagne gespeichert bleiben.

Zu Enemy Territory erschienen auch ein paar Modifikationen, von denen sich aber keiner so wirklich durchsetzen konnte. Erwähnenswert ist aber auf jeden Fall, dass der Titel schon mehrmals upgedatet wurde, um Bugs zu entfernen und Activision gab am 28. Januar 2004 den Quellcode für die Öffentlichkeit frei, sodass daraufhin eine regelrechte Mod-Flut entstand.

 

zitiert: gamers.at

 

 
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